Evangelische Kirchengemeinde Müncheberger Land
 


Frauenkreis in Obersdorf

21.04.2020, 14.00 Uhr im Gemeinderaum Obersdorf



Weltgebetstag 2020 

Landeskunde auch zum Essen
Weltgebetstag: In Liedern, Gebeten und Szenen wurde beim Gottesdienst in Trebnitz und andernorts Verbundenheit mit den Frauen in Simbabwe gezeigt. Von Thomas Berger

So gut gefüllt sind die kleinen Dorfkirchen der Region, in diesem Fall die von Trebnitz, nur selten. Zwischen 50 und 60 Gäste waren am Freitagabend der Einladung dorthin gefolgt – zu einem Gottesdienst der besonderen Art. Denn am Weltgebetstag der Frauen schwingt sich seit mehr als 100 Jahren gewissermaßen ein gemeinsames Gebet einmal rund um den Erdball, verbindet Menschen in 120 Ländern. Diesmal mit dem Augenmerk und Fühlen auf Simbabwe gerichtet.


                                                                                                Foto: Thomas Berger

Es ist bereits ein Zeichen innigster Verbundenheit, dass die christlichen Frauen aus dem jeweiligen Partnerland die gemeinsame Liturgie vorbereiten, welche alle Gottesdienste als einheitlicher roter Faden, beispielsweise mit der Auswahl von Bibelworten und Liedern, folgen. Wie dieser Rahmen allerdings noch konkret mit Leben erfüllt wird, ist den lokalen Teams überlassen – und gerade die Gruppe aus Müncheberg und Umgebung hat in dieser Ausgestaltung viele Jahre Erfahrung. Einmal mehr wurde am Ende zwei ganz wichtigen Unterstützern gedankt: Gabi Munk und Ingo Krämer halfen auch diesmal wieder in musikalischer Hinsicht, dazu ließen mehrere Frauen vom Müncheberger Chor bei den Liedern als leitende Basis ihre geübten Stimmen erklingen.

Gewissermaßen in Briefen, von den Frauen in Simbabwe geschrieben, erfuhren die Gottesdienstbesucher allerlei über die Zustände in dem Land im südlichen Afrika, das zu den ärmsten weltweit gehört. Einige Szenen gaben weitere Einblicke. Erinnert wurde an die Hoffnungen 2017, einen Wendepunkt und neuen Aufbruch aus der erstarrten Herrschaft von Langzeit-Präsident Robert Mugabe, von einer aus der Zivilgesellschaft angestoßenen Veränderung, einer erstmals wirklich freien Wahl. Aber auch von Armut, Hunger, Ausbeutung und wirtschaftlichen Problemen, einer galoppierenden Inflation und Männern, die weit weg teils im Ausland eine Arbeit suchen müssen, während zu Hause die Frauen allein die Familien durchbringen. Erzählungen auch von einem Land in Vielfalt, einer reichen Kultur mit langer Geschichte. Getragen von der Bitte nach Wahrheit, Frieden, Aussöhnung, einem echten Miteinander der verschiedenen Volksgruppen. Bis hin zu den auf den Tischen ausgelegten Unterschriftenlisten, die deutsche Politik aufzufordern, sich ebenfalls im Rahmen der EU für einen umfassenden Schuldenerlass Simbabwes einzusetzen.

Am Ende gab es wie in jedem Jahr Gelegenheit, das aktuelle Partnerland auch noch kulinarisch, auf dem Weg durch den  Magen, kennen zu lernen. Reich bestückt war das Buffet mit typischen Gerichten – ein wohlschmeckender Reigen, der von Huhn in Erdnusssoße über Rote-Bete-Salat und Hackbällchen bis zu Affenbrotfrucht-Bananen-Kuchen und der (zur Überraschung vieler) in Simbabwe beliebten Schwarzwälder Kirschtorte reichte. Auch eine kleine Ausstellung war aufgebaut.