Evangelische Kirchengemeinde Müncheberger Land
 

 

 

Aktuelles

 

 



Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Kirche in Hoppegarten 


                                  © kb

Die Frauen der Vorbereitungsgruppe Weltgebetstag in unserer Gemeinde haben mit viel Engagement und Sachkenntnis die Gebete, Texte und Lieder, die diesmal von den Frauen aus Slowenien stammten, ausgewählt und als Material für den Gottesdienst gestaltet. Besonders erwähnenswert ist, dass zum Beispiel die Auswahl von Lebensverläufen einiger slowenischer Frauen, die stellvertretend für viele andere Menschen dieses Landes stehen, die Fähigkeit der Mitglieder der Vorbereitungsgruppe unterstreicht, den Gottesdienstteilnehmern die konkrete Situation im heutigen Slowenien näherzubringen. 


Unter dem diesjährigen Motto, dem Gleichnis vom Festmahl aus Lukas 14 "Kommt, alles ist bereit", begingen die zahlreich erschienenen Gäste festlich die Gottesdienstfeier in der Hoppegartener Kirche. Die liebevoll ausgestaltete Kirche bot einen feierlichen Rahmen für den von den Frauen der Vorbereitungsgruppe im Zusammenwirken mit der Gemeinde gestalteten Gottesdienstablauf. Bei allen, die sich am Freitagabend in Hoppegarten zusammenfanden, hinterließ dieser so gut und einfühlsam vorbereitete Gottesdienst das Gefühl eines gelungenen Miteinanders in unserer Gemeinde.
Das reichhaltig und phantasievoll angerichtete landestypische Buffet zeugte vom Einfühlungsvermögen und Können der Frauen aus der Vorbereitungsgruppe und ihm wurde durch die Gottesdienstbesucher fließig zugesprochen.
Den Frauen sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen!
Klaus Großmann

 

 

 

Die große Fete. - Das Gastmahl aus Lukas 14
für heute erzählt

Ein feiner Pinkel will eine Fete machen, zu der die Schickeria eingeladen ist, die Schönen und die Reichen. Das ist so eine typische Gelegenheit, um gesehen zu werden, um geschäftliche Kontakte zu pflegen, um zu netzwerken. Zuerst geht dafür eine Save the Date-Einladung raus, und, als alles fertig ist, schickt unser Gastgeber (oder Gastgeberin?) seinen Assistenten los, um alle zu erinnern, dass das Fleisch schon auf dem Grill liegt und für die Veggies natürlich auch das Grill-Gemüse.

Und dann – so steht’s im Text – haben plötzlich alle was Besseres vor: Der eine verheiratet sich gewinnbringend, der andere hat sich ein Grundstück im Zentrum gekauft und verhandelt mit einem Wohnungsbauunternehmen, ein dritter hat seine Dieseltransporter abgestoßen und sich fünf Elektrobullis gekauft, und so weiter....

Kurzum: Aus der Fete wird nichts, schlechtes Timing, richtig dumm gelaufen. Aber vielleicht liegt’s auch an der Performance von unserem Schickimicki? Kommt er (oder sie) schlecht rüber?

Er merkt plötzlich, dass er auf das ganz falsche Pferd gesetzt hat, dass seine verehrten Gäste gar kein Interesse an seiner Einladung zum Fest haben, sondern nur daran, gute Geschäfte zu machen. Aber vielleicht geht es um etwas ganz anderes? Zweifel kommen auf ...

Unser feiner Pinkel überlegt es sich anders, er kommt ab vom Hype Event. Er lässt seinen Plan vom gesellschaftlichen Erfolg fallen ... Und er kommt auf eine eher ausgefallene Idee: Wir könnten die Aktion Occupy Heaven nennen. Haben Sie sicher schon mal gehört: Da gab’s mal vor ein paar Jahren die Bewegung Occupy Wallstreet, die wollten das internationale Finanzzentrum Wallstreet besetzen. So ähnlich Occupy Heaven: Wir erobern den Himmel. Und unser feiner Pinkel will gar nicht mehr „in“ sein, er will das Leben feiern mit denen, die Leben und Liebe und Angenommen sein suchen. Er wendet sich ab vom Business-Gedanken, und will stattdessen den Himmel stürmen und erobern. Er legt einen vollen U-Turn hin, früher nannte man das Umkehr.

Und er macht das Gegenteil von vorher: Er schickt seinen Assistenten los und lädt alle abgewrackten Typen ein, alle, die draußen stehen: die Arbeitslosen, die Schulabbrecherinnen, die aus der Psychiatrie, die Junkies, die Schwulen und Lesben natürlich.

Jetzt wird es noch spannender: Denn als die ganzen Looser eingesammelt sind, kommt der Assistent und verkündet: Es ist noch Platz.

Also kommt die vierte Einladungsrunde: Nun sind die von den Grenzen und Mauern und Zäunen dran. Von denen gibt es ja immer mehr, denn das Mauern bauen ist wieder voll im Trend (egal ob in Europa, Amerika oder anderswo): also Migranten, Asylbewerber, sogar Illegale, auch Knackis und, und, und ...

Das Reich Gottes ist kein Hype-Event, bei dem Frau ihr kleines Schwarzes ausführt – und den man in antiker Manier mit einer Gegeneinladung bei nächster Gelegenheit beantwortet. Es ist kein Anlass, bei dem man wichtige Kontakte für weitere Zusammenarbeit knüpft oder von den entscheidenden Personen gesehen wird. Im Himmelreich schaut man nicht vorbei, um zu netzwerken. All das ist nicht das Reich Gottes.

Im Reich Gottes gibt es nur unbezahlbare Plätze, und zwar gerade für die, die nichts zu bieten haben: Die zu Lauten oder die zu Leisen, die Komischen und Anstrengenden, die Verqueren und die Langweiligen, kurz für alle, auf die niemand zählt und mit denen keiner rechnet. Denn genau darum geht es Jesus: „Rechnet euch nicht den Gewinn aus, den ihr mit euren Einladungen macht, sondern schafft Platz für die, die draußen stehen.“ Ausgeschlossen von Gesellschaften, die nur auf sich selber schauen und nicht begreifen, dass sie vom Fremden beschenkt und bereichert werden. Denn was wir ohne Berechnung aus Gastfreundschaft miteinander teilen, vervielfacht sich wie bei der Brotvermehrung.

Gastfreundschaft hat immer etwas Unverhofftes und Überraschendes. Ein unerwarteter Besuch, eine Bitte um außerordentliche Hilfe, die Zumutung bei jemandem unangemeldet vor der Tür zu stehen. Es hat etwas, das die üblichen Grenzen überschreitet und eine ungewohnte, peinliche, vielleicht auch beängstigende Nähe hervorruft. Gastfreundschaft sprengt die Berechnung und Abwägung, sie beginnt genau das, wo wir den ersten Impuls der Abwehr gegen die Zumutung der Fremdheit überwinden – und teilen! Dann ist Gastfreundschaft geglückt!

Wir brauchen eine Kirche, in der Platz ist.

Es ist noch Platz, das heißt zum einen Gastfreundschaft, die Bereitschaft, Zumutungen anzunehmen und auszuhalten, Fremdheit zu überwinden, auf das Gemeinsame schauen und zu feiern, auch in unseren ökumenischen Begegnungen.

Es ist noch Platz, heißt, dass Menschen wichtiger sind als Regeln.

Und es heißt, großzügig zu sein, nicht verbissen, aber auch nicht gleichgültig, spontan Lösungen zu suchen und nicht Probleme. Großzügig auch mit mir selbst.

In dieser Zeit der Ausgrenzung und der Mauern brauchen wir eine großzügige Kirche, eine gastfreundliche und eine menschliche Kirche, die sich weit macht, die Platz schafft.

-Ines Tokarski – 

 

       


Der Turm kam erst sehr spät dazu

Von Thomas Berger

Eggersdorf/Müncheberg. Sie sind in der Regel die ältesten Bauwerke ihrer Orte, steinerner Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten.
Die MOZ stellt in einer Serie die Kirchen vor. Heute: Dorfkirche Eggersdorf bei Müncheberg.
Erschienen am 11.02. 2019 in der MOZ.

„Die Sturmschäden, die es zwischenzeitlich gab, sind behoben. Die Fenster sind dicht, es regnet nicht rein. Die Fassade ist sicherlich nicht schön, aber es fehlt ihr soweit nichts“, listet Pfarrerin Karin Bertheau auf, dass akute bauliche Mängel die bescheidene Dorfkirche im Müncheberger Ortsteil Eggersdorf nicht plagen. Nur das Dach, obgleich auch dieses für die nächste Zeit noch dicht hält, müsste sicherlich irgendwann gemacht werden. Wobei dann sicher noch zu prüfen wäre, ob es eine komplette Erneuerung sein muss. Und auch am Turm, weist Kirchenältester Gunnar Esbach noch oben, sind gewisse Reparaturarbeiten an kleineren Schadstellen sicher nicht mehr auf Jahrzehnte hinauszuschieben.

Esbach ist Leiter des Mün­cheberger Posaunenchores, mit diesem oft in der großen Stadtpfarrkirche St. Marien im Einsatz. Doch die Eggersdorfer ist nun einmal seine Heimatkirche, an der auch sein Herz hängt. Nicht zuletzt, weil er und seine Frau Heike dort geheiratet haben. 2003 war das, wie einige Fotos samt Eintrag an der Bilderwand in dem als Winterkirche eingerichteten Vorraum künden. Soweit er sich erinnern kann, könnte es seither die letzte kirchliche Trauung an dieser Stelle gewesen sein.

Keine Frage: Der imposante Schlüssel dreht sich heutzutage etwas seltener im Schloss der von der Turmseite ins Bauwerk führenden Tür. Karin Bertheau ist hinsichtlich ihres Einsatzgebietes für das Doppelte bis Dreifache an Fläche zuständig, gemessen an dem, was ihre Amtsvorgänger früher zu leisten hatten. Da bleibt für den einzelnen Ort notgedrungen weniger Präsenz. Immerhin: Im Durchschnitt alle acht bis zehn Wochen, überschlagen Gunnar Esbach und sie, findet in der Eggersdorfer Kirche aber etwas statt. Zu größeren Anlässen wie Weihnachten, Totensonntag und Erntedank sowieso, dazu ein paar normale Gottesdienste. Außerdem einmal monatlich der sehr rührige Altenkreis, wie die Pfarrerin weiter auflistet.

Die genauen Ursprünge des dörflichen Sakralbaus bleiben etwas im Dunkeln. Zu dürftig ist die Quellenlage über die Frühzeit. „Eggehardestorp“ hieß die Siedlung, als der Ritter Reinhard von Strelen sie im Jahre 1288 vom Magdeburger Erzbischof zum Lehen bekam. Dass auch damals schon eine Gebetsstätte in irgendeiner Form existierte, ist anzunehmen. Eindeutig verbrieft sind Kirche und Pfarrstelle jedoch erstmals in einem Eintrag aus dem bischöflichen Schossregister aus dem 15. Jahrhundert.

Etwa aus jener Zeit dürfte auch der heute noch stehende Kirchenbau im Kern datieren. Keine regelmäßigen Quader, wie sie noch rund ein Jahrhundert früher wenigstens in den unteren Mauerreihen zum Einsatz kamen. Sondern, wie die Südseite besonders deutlich zeigt, ein bunter Mix aus unbehauenen Feldsteinen, Ziegeln und Mörtel, der da aufgemauert wurde. Ebenmäßiger ist lediglich der Turm, der allerdings erst im 19. Jahrhundert angebaut wurde. Da die Wetterfahne das Jahr 1839 zur Schau trägt, liegt die Vermutung nahe, dass diese wichtige Erweiterung des zuvor nur aus Schiff und Chorraum bestehenden Kirchleins damals ihren Abschluss fand.

Spekulieren ließe sich auch darüber, dass einst mehr geplant war, dann aber das Geld nicht reichte. „Nein, eine Kirchturmuhr hatten wir nie“, sagt Gunnar Esbach. Doch die kreisrunden Aussparungen an drei Seiten des Turms sind gut sichtbar – offenbar war mal an eine solche Anschaffung gedacht. Auch über eine Orgel hat Eggersdorf noch nie verfügt. Die Empore, erzählt der Kirchenälteste aus eigenem Erleben, wurde seinerzeit bei den Umgestaltungsarbeiten Anfang der 1980er-Jahre verbreitert. Die sogenannte Winterkirche, der Raum darunter, erhielt so mehr Fläche. Und oben wurden, ungewöhnlich für eine Kirche, gleich noch Küche und Toilette eingebaut. Wer wissen will, wie das originale Gestühl aussah, muss ebenfalls die Treppe bis zur Empore nehmen. Dort stehen noch ein paar der alten Bänke. Die anderen, unten im Schiff, waren größtenteils zu marode und wurden ersetzt.

Sehr gepflegt, trotz der nur sporadischen Nutzung, sei die Eggersdorfer Kirche, lobt die Pfarrerin die Fleißigen aus dem Ort. Früher, kann sich Gunnar Esbach erinnern, fanden pro Jahr sogar drei bis vier große Putz-Einsätze statt. Unvergessen auch, wie der Posaunenchor dereinst seine Proben auf der Empore abhielt.

Eines ist über all die Jahre geblieben: Mittags läutet es Punkt 12Uhr. Nur die kleinere der ehemals zwei Glocken, sie laut Inschrift 1684 in Berlin gegossen, lässt da ihren Klang ertönen. Ihre größere Schwester wurde im Zweiten Weltkrieg eines von vielen bronzenen Opfern der Einschmelzaktionen für Kriegszwecke. 

 Dank finanzieller Hilfe aus der Partnergemeinde muss sich aber, anders als beispielsweise in Obersdorf oder Trebnitz, heute niemand mehr in die Seile hängen. Denn seit den 1990er-Jahren wird das Läutewerk nunmehr elektrisch in Gang gesetzt. Anderes ist soweit noch ursprünglich. So der in der Gestaltungsform weithin einzigartige Kanzelaltar, der von 1746 stammt und einer Inschrift zufolge von Meister J.C. Martin gefertigt wurde. 

 



 







                           

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Frauenkreis gegründet

 


Am 04.04.2018 kam der neue Frauenkreis in Obersdorf das erste Mal zusammen. Es gab ein interessantes und immer aktuelles Thema: "Können wir noch staunen?".

Man kann bei diesem Thema, wie man so schön sagt, ins "Philosophieren" kommen. Richtig, schon der alte Grieche  Aristoteles sieht im Staunen den Beginn des Philosophierens. 
Wir verwundern uns oft, wenn wir einer Erscheinung gegenüberstehen, man kann auch sagen, "wir staunen". Zum Beispiel im Winter, wenn wir einen zugefrohrenen See betrachten. Eine Erscheinung, die wir  bisher als Selbstverständlichkeit wahrgenommen haben. Plötzlich haben wir das Gefühl - "man spürt richtig den Frost". Wir sind überrascht, dass wir plötzlich bei diesem Anblick auf so eine Idee kommen. Wir staunen also.
Staunen ist also auch überrascht sein, verwundern, stutzig werden, aufmerksam werden.
Wie oft sagen unsere Kinder zu uns "Komm mal, guck mal!" Und dann merken wir, was staunen bedeutet. Für Kinder kein Problem über die Schöpfung Gottes zu staunen.
Vielleicht hat den Frauen nach ihrem Treffen das Thema zu einen Impuls verholfen.
Ein gelungener Start für den wir den Aktivisten dankbar sind.

Seit dem 2. Treffen des Frauenkreises, der sich nun "Offener Frauenkreis" nennt und über ein schlagkräftiges Logo verfügt, gibt es jetzt eine eigene Webseite in unserer Kirchengemeinde-Homepage. Sie ist zu finden unter dem Namen: "Offener Frauenkreis". Der Kreis will offen sein für gläubige Christinnen aber natürlich auch für jede Frau, die Interesse an der Teilnahme an diesem Kreis hat und nicht an eine Glaubensrichtung gebunden ist, alle sind herzlich willkommen!