Evangelische Kirchengemeinde Müncheberger Land
 

Der Turm kam erst sehr spät dazu

Von Thomas Berger

Eggersdorf/Müncheberg. Sie sind in der Regel die ältesten Bauwerke ihrer Orte, steinerner Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten.
Die MOZ stellt in einer Serie die Kirchen vor. Heute: Dorfkirche Eggersdorf bei Müncheberg.
Erschienen am 11.02. 2019 in der MOZ.

„Die Sturmschäden, die es zwischenzeitlich gab, sind behoben. Die Fenster sind dicht, es regnet nicht rein. Die Fassade ist sicherlich nicht schön, aber es fehlt ihr soweit nichts“, listet Pfarrerin Karin Bertheau auf, dass akute bauliche Mängel die bescheidene Dorfkirche im Müncheberger Ortsteil Eggersdorf nicht plagen. Nur das Dach, obgleich auch dieses für die nächste Zeit noch dicht hält, müsste sicherlich irgendwann gemacht werden. Wobei dann sicher noch zu prüfen wäre, ob es eine komplette Erneuerung sein muss. Und auch am Turm, weist Kirchenältester Gunnar Esbach noch oben, sind gewisse Reparaturarbeiten an kleineren Schadstellen sicher nicht mehr auf Jahrzehnte hinauszuschieben.

Esbach ist Leiter des Mün­cheberger Posaunenchores, mit diesem oft in der großen Stadtpfarrkirche St. Marien im Einsatz. Doch die Eggersdorfer ist nun einmal seine Heimatkirche, an der auch sein Herz hängt. Nicht zuletzt, weil er und seine Frau Heike dort geheiratet haben. 2003 war das, wie einige Fotos samt Eintrag an der Bilderwand in dem als Winterkirche eingerichteten Vorraum künden. Soweit er sich erinnern kann, könnte es seither die letzte kirchliche Trauung an dieser Stelle gewesen sein.

Keine Frage: Der imposante Schlüssel dreht sich heutzutage etwas seltener im Schloss der von der Turmseite ins Bauwerk führenden Tür. Karin Bertheau ist hinsichtlich ihres Einsatzgebietes für das Doppelte bis Dreifache an Fläche zuständig, gemessen an dem, was ihre Amtsvorgänger früher zu leisten hatten. Da bleibt für den einzelnen Ort notgedrungen weniger Präsenz. Immerhin: Im Durchschnitt alle acht bis zehn Wochen, überschlagen Gunnar Esbach und sie, findet in der Eggersdorfer Kirche aber etwas statt. Zu größeren Anlässen wie Weihnachten, Totensonntag und Erntedank sowieso, dazu ein paar normale Gottesdienste. Außerdem einmal monatlich der sehr rührige Altenkreis, wie die Pfarrerin weiter auflistet.

Die genauen Ursprünge des dörflichen Sakralbaus bleiben etwas im Dunkeln. Zu dürftig ist die Quellenlage über die Frühzeit. „Eggehardestorp“ hieß die Siedlung, als der Ritter Reinhard von Strelen sie im Jahre 1288 vom Magdeburger Erzbischof zum Lehen bekam. Dass auch damals schon eine Gebetsstätte in irgendeiner Form existierte, ist anzunehmen. Eindeutig verbrieft sind Kirche und Pfarrstelle jedoch erstmals in einem Eintrag aus dem bischöflichen Schossregister aus dem 15. Jahrhundert.

Etwa aus jener Zeit dürfte auch der heute noch stehende Kirchenbau im Kern datieren. Keine regelmäßigen Quader, wie sie noch rund ein Jahrhundert früher wenigstens in den unteren Mauerreihen zum Einsatz kamen. Sondern, wie die Südseite besonders deutlich zeigt, ein bunter Mix aus unbehauenen Feldsteinen, Ziegeln und Mörtel, der da aufgemauert wurde. Ebenmäßiger ist lediglich der Turm, der allerdings erst im 19. Jahrhundert angebaut wurde. Da die Wetterfahne das Jahr 1839 zur Schau trägt, liegt die Vermutung nahe, dass diese wichtige Erweiterung des zuvor nur aus Schiff und Chorraum bestehenden Kirchleins damals ihren Abschluss fand.

Spekulieren ließe sich auch darüber, dass einst mehr geplant war, dann aber das Geld nicht reichte. „Nein, eine Kirchturmuhr hatten wir nie“, sagt Gunnar Esbach. Doch die kreisrunden Aussparungen an drei Seiten des Turms sind gut sichtbar – offenbar war mal an eine solche Anschaffung gedacht. Auch über eine Orgel hat Eggersdorf noch nie verfügt. Die Empore, erzählt der Kirchenälteste aus eigenem Erleben, wurde seinerzeit bei den Umgestaltungsarbeiten Anfang der 1980er-Jahre verbreitert. Die sogenannte Winterkirche, der Raum darunter, erhielt so mehr Fläche. Und oben wurden, ungewöhnlich für eine Kirche, gleich noch Küche und Toilette eingebaut. Wer wissen will, wie das originale Gestühl aussah, muss ebenfalls die Treppe bis zur Empore nehmen. Dort stehen noch ein paar der alten Bänke. Die anderen, unten im Schiff, waren größtenteils zu marode und wurden ersetzt.

Sehr gepflegt, trotz der nur sporadischen Nutzung, sei die Eggersdorfer Kirche, lobt die Pfarrerin die Fleißigen aus dem Ort. Früher, kann sich Gunnar Esbach erinnern, fanden pro Jahr sogar drei bis vier große Putz-Einsätze statt. Unvergessen auch, wie der Posaunenchor dereinst seine Proben auf der Empore abhielt.

Eines ist über all die Jahre geblieben: Mittags läutet es Punkt 12Uhr. Nur die kleinere der ehemals zwei Glocken, sie laut Inschrift 1684 in Berlin gegossen, lässt da ihren Klang ertönen. Ihre größere Schwester wurde im Zweiten Weltkrieg eines von vielen bronzenen Opfern der Einschmelzaktionen für Kriegszwecke. 

Dank finanzieller Hilfe aus der Partnergemeinde muss sich aber, anders als beispielsweise in Obersdorf oder Trebnitz, heute niemand mehr in die Seile hängen. Denn seit den 1990er-Jahren wird das Läutewerk nunmehr elektrisch in Gang gesetzt. Anderes ist soweit noch ursprünglich. So der in der Gestaltungsform weithin einzigartige Kanzelaltar, der von 1746 stammt und einer Inschrift zufolge von Meister J.C. Martin gefertigt wurde. 

Eggersdorf

Der Ritter Reinhard von Strelen bekommt vom Erzbischof Erich von Magdeburg  1288 das Dorf "Eggehardestorp"  im Gebiet von Lebus (in territorio Lubusano) zum Lehen. Ein bischöfliches Schoßregister (Steuerregister) aus dem 15. Jahrhundert verzeichnet für "Egkerstorff" 54 Hufen (1 Hufe=30 Morgen) , von denen eine dem Unterhalt der Kirche und weitere 4 dem der Pfarrstelle dienen. Nach der Säkularisation kirchlicher Güter im 16. Jahrhundert kommt das Dorf zum Domänenamt Fürstenwalde. Der Name leitet sich von einem Mann namens Eggehard, vielleicht der Lokator, ab.

Die Eggersdorfer Kirche liegt leicht erhöht inmitten des ehemaligen Friedhofs, den teilweise noch eine Feldsteinmauer umgibt. Sie ist ein spätmittelalterlicher Bau aus stark unregelmäßigem mit Backsteinbruch durchsetzten Feldsteinmauerwerk.        

  

Der quadratische neuzeitlich verputzte Westturm, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde (Wetterfahne von 1839) ruht auf einem Feldsteinsockel. Das sich anschließende breite Schiff ist gegenüber dem eingezogenen rechteckigen Chor deutlich verkürzt, was auf eine bauliche Veränderung ggf. nach einer Katastrophe zurückzuführen ist.


Außer der spitzbogigen Priesterpforte auf der Südseite des Chors wurden sämtliche Öffnungen verändert. 

Das zweistufige Gewände dieser besteht wie auch die Ostkanten des Schiffs und im unteren Bereich des Chors aus Rüdersdorfer Plattenkalk. Ein Material, welches sich in dieser Gegend, nicht allzu weit entfernt von den Brüchen, öfter an mittelalterlichen Kirchen findet. 



Im Osten sind noch die Spuren einer zugesetzten Dreifenstergruppe zu beobachten. Der Giebel darüber trägt Backsteinblendschmuck. Die Maßwerkreste in der Mitte scheinen aber neuzeitlich zu sein.  

Die Fenster wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut,  der Kanzelaltar mit dem Bildern von Christi und den vier Evangelisten, gerahmt von dünnen Säulchen und ausgesägten Wangen, der Inschrift zufolge gefertigt von J.C.Martin 1746. Im Eingangsbereich befinden sich Näpfchen und Rillen (Lit.1).


Der Turm kam erst sehr spät dazu

Von Thomas Berger

Eggersdorf/Müncheberg. Sie sind in der Regel die ältesten Bauwerke ihrer Orte, steinerner Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten.
Die MOZ stellt in einer Serie die Kirchen vor. Heute: Dorfkirche Eggersdorf bei Müncheberg.
Erschienen am 11.02. 2019 in der MOZ.

„Die Sturmschäden, die es zwischenzeitlich gab, sind behoben. Die Fenster sind dicht, es regnet nicht rein. Die Fassade ist sicherlich nicht schön, aber es fehlt ihr soweit nichts“, listet Pfarrerin Karin Bertheau auf, dass akute bauliche Mängel die bescheidene Dorfkirche im Müncheberger Ortsteil Eggersdorf nicht plagen. Nur das Dach, obgleich auch dieses für die nächste Zeit noch dicht hält, müsste sicherlich irgendwann gemacht werden. Wobei dann sicher noch zu prüfen wäre, ob es eine komplette Erneuerung sein muss. Und auch am Turm, weist Kirchenältester Gunnar Esbach noch oben, sind gewisse Reparaturarbeiten an kleineren Schadstellen sicher nicht mehr auf Jahrzehnte hinauszuschieben.

Esbach ist Leiter des Mün­cheberger Posaunenchores, mit diesem oft in der großen Stadtpfarrkirche St. Marien im Einsatz. Doch die Eggersdorfer ist nun einmal seine Heimatkirche, an der auch sein Herz hängt. Nicht zuletzt, weil er und seine Frau Heike dort geheiratet haben. 2003 war das, wie einige Fotos samt Eintrag an der Bilderwand in dem als Winterkirche eingerichteten Vorraum künden. Soweit er sich erinnern kann, könnte es seither die letzte kirchliche Trauung an dieser Stelle gewesen sein.

Keine Frage: Der imposante Schlüssel dreht sich heutzutage etwas seltener im Schloss der von der Turmseite ins Bauwerk führenden Tür. Karin Bertheau ist hinsichtlich ihres Einsatzgebietes für das Doppelte bis Dreifache an Fläche zuständig, gemessen an dem, was ihre Amtsvorgänger früher zu leisten hatten. Da bleibt für den einzelnen Ort notgedrungen weniger Präsenz. Immerhin: Im Durchschnitt alle acht bis zehn Wochen, überschlagen Gunnar Esbach und sie, findet in der Eggersdorfer Kirche aber etwas statt. Zu größeren Anlässen wie Weihnachten, Totensonntag und Erntedank sowieso, dazu ein paar normale Gottesdienste. Außerdem einmal monatlich der sehr rührige Altenkreis, wie die Pfarrerin weiter auflistet.

Die genauen Ursprünge des dörflichen Sakralbaus bleiben etwas im Dunkeln. Zu dürftig ist die Quellenlage über die Frühzeit. „Eggehardestorp“ hieß die Siedlung, als der Ritter Reinhard von Strelen sie im Jahre 1288 vom Magdeburger Erzbischof zum Lehen bekam. Dass auch damals schon eine Gebetsstätte in irgendeiner Form existierte, ist anzunehmen. Eindeutig verbrieft sind Kirche und Pfarrstelle jedoch erstmals in einem Eintrag aus dem bischöflichen Schossregister aus dem 15. Jahrhundert.

Etwa aus jener Zeit dürfte auch der heute noch stehende Kirchenbau im Kern datieren. Keine regelmäßigen Quader, wie sie noch rund ein Jahrhundert früher wenigstens in den unteren Mauerreihen zum Einsatz kamen. Sondern, wie die Südseite besonders deutlich zeigt, ein bunter Mix aus unbehauenen Feldsteinen, Ziegeln und Mörtel, der da aufgemauert wurde. Ebenmäßiger ist lediglich der Turm, der allerdings erst im 19. Jahrhundert angebaut wurde. Da die Wetterfahne das Jahr 1839 zur Schau trägt, liegt die Vermutung nahe, dass diese wichtige Erweiterung des zuvor nur aus Schiff und Chorraum bestehenden Kirchleins damals ihren Abschluss fand.

Spekulieren ließe sich auch darüber, dass einst mehr geplant war, dann aber das Geld nicht reichte. „Nein, eine Kirchturmuhr hatten wir nie“, sagt Gunnar Esbach. Doch die kreisrunden Aussparungen an drei Seiten des Turms sind gut sichtbar – offenbar war mal an eine solche Anschaffung gedacht. Auch über eine Orgel hat Eggersdorf noch nie verfügt. Die Empore, erzählt der Kirchenälteste aus eigenem Erleben, wurde seinerzeit bei den Umgestaltungsarbeiten Anfang der 1980er-Jahre verbreitert. Die sogenannte Winterkirche, der Raum darunter, erhielt so mehr Fläche. Und oben wurden, ungewöhnlich für eine Kirche, gleich noch Küche und Toilette eingebaut. Wer wissen will, wie das originale Gestühl aussah, muss ebenfalls die Treppe bis zur Empore nehmen. Dort stehen noch ein paar der alten Bänke. Die anderen, unten im Schiff, waren größtenteils zu marode und wurden ersetzt.

Sehr gepflegt, trotz der nur sporadischen Nutzung, sei die Eggersdorfer Kirche, lobt die Pfarrerin die Fleißigen aus dem Ort. Früher, kann sich Gunnar Esbach erinnern, fanden pro Jahr sogar drei bis vier große Putz-Einsätze statt. Unvergessen auch, wie der Posaunenchor dereinst seine Proben auf der Empore abhielt.

Eines ist über all die Jahre geblieben: Mittags läutet es Punkt 12Uhr. Nur die kleinere der ehemals zwei Glocken, sie laut Inschrift 1684 in Berlin gegossen, lässt da ihren Klang ertönen. Ihre größere Schwester wurde im Zweiten Weltkrieg eines von vielen bronzenen Opfern der Einschmelzaktionen für Kriegszwecke. 

Dank finanzieller Hilfe aus der Partnergemeinde muss sich aber, anders als beispielsweise in Obersdorf oder Trebnitz, heute niemand mehr in die Seile hängen. Denn seit den 1990er-Jahren wird das Läutewerk nunmehr elektrisch in Gang gesetzt. Anderes ist soweit noch ursprünglich. So der in der Gestaltungsform weithin einzigartige Kanzelaltar, der von 1746 stammt und einer Inschrift zufolge von Meister J.C. Martin gefertigt wurde. 

 

 

 

 


  













Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Kirche in Hoppegarten                                 

Die Frauen der Vorbereitungsgruppe Weltgebetstag in unserer Gemeinde haben mit viel Engagement und Sachkenntnis die Gebete, Texte und Lieder, die diesmal von den Frauen aus Slowenien stammten, ausgewählt und als Material für den Gottesdienst gestaltet. Besonders erwähnenswert ist, dass zum Beispiel die Auswahl von Lebensverläufen einiger slowenischer Frauen, die stellvertretend für viele andere Menschen dieses Landes stehen, die Fähigkeit der Mitglieder der Vorbereitungsgruppe unterstreicht, den Gottesdienstteilnehmern die konkrete Situation im heutigen Slowenien näherzubringen. 


Unter dem diesjährigen Motto, dem Gleichnis vom Festmahl aus Lukas 14 "Kommt, alles ist bereit", begingen die zahlreich erschienenen Gäste festlich die Gottesdienstfeier in der Hoppegartener Kirche. Die liebevoll ausgestaltete Kirche bot einen feierlichen Rahmen für den von den Frauen der Vorbereitungsgruppe im Zusammenwirken mit der Gemeinde gestalteten Gottesdienstablauf. Bei allen, die sich am Freitagabend in Hoppegarten zusammenfanden, hinterließ dieser so gut und einfühlsam vorbereitete Gottesdienst das Gefühl eines gelungenen Miteinanders in unserer Gemeinde.
Das reichhaltig und phantasievoll angerichtete landestypische Buffet zeugte vom Einfühlungsvermögen und Können der Frauen aus der Vorbereitungsgruppe und ihm wurde durch die Gottesdienstbesucher fließig zugesprochen. 
Den Frauen sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen!
Klaus Großmann






   

 

       













Der Turm kam erst sehr spät dazu

Von Thomas Berger

Eggersdorf/Müncheberg. Sie sind in der Regel die ältesten Bauwerke ihrer Orte, steinerner Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten. 
Die MOZ stellt in einer Serie die Kirchen vor. Heute: Dorfkirche Eggersdorf bei Müncheberg.
Erschienen am 11.02. 2019 in der MOZ.

„Die Sturmschäden, die es zwischenzeitlich gab, sind behoben. Die Fenster sind dicht, es regnet nicht rein. Die Fassade ist sicherlich nicht schön, aber es fehlt ihr soweit nichts“, listet Pfarrerin Karin Bertheau auf, dass akute bauliche Mängel die bescheidene Dorfkirche im Müncheberger Ortsteil Eggersdorf nicht plagen. Nur das Dach, obgleich auch dieses für die nächste Zeit noch dicht hält, müsste sicherlich irgendwann gemacht werden. Wobei dann sicher noch zu prüfen wäre, ob es eine komplette Erneuerung sein muss. Und auch am Turm, weist Kirchenältester Gunnar Esbach noch oben, sind gewisse Reparaturarbeiten an kleineren Schadstellen sicher nicht mehr auf Jahrzehnte hinauszuschieben.

Esbach ist Leiter des Mün­cheberger Posaunenchores, mit diesem oft in der großen Stadtpfarrkirche St. Marien im Einsatz. Doch die Eggersdorfer ist nun einmal seine Heimatkirche, an der auch sein Herz hängt. Nicht zuletzt, weil er und seine Frau Heike dort geheiratet haben. 2003 war das, wie einige Fotos samt Eintrag an der Bilderwand in dem als Winterkirche eingerichteten Vorraum künden. Soweit er sich erinnern kann, könnte es seither die letzte kirchliche Trauung an dieser Stelle gewesen sein.

Keine Frage: Der imposante Schlüssel dreht sich heutzutage etwas seltener im Schloss der von der Turmseite ins Bauwerk führenden Tür. Karin Bertheau ist hinsichtlich ihres Einsatzgebietes für das Doppelte bis Dreifache an Fläche zuständig, gemessen an dem, was ihre Amtsvorgänger früher zu leisten hatten. Da bleibt für den einzelnen Ort notgedrungen weniger Präsenz. Immerhin: Im Durchschnitt alle acht bis zehn Wochen, überschlagen Gunnar Esbach und sie, findet in der Eggersdorfer Kirche aber etwas statt. Zu größeren Anlässen wie Weihnachten, Totensonntag und Erntedank sowieso, dazu ein paar normale Gottesdienste. Außerdem einmal monatlich der sehr rührige Altenkreis, wie die Pfarrerin weiter auflistet.

Die genauen Ursprünge des dörflichen Sakralbaus bleiben etwas im Dunkeln. Zu dürftig ist die Quellenlage über die Frühzeit. „Eggehardestorp“ hieß die Siedlung, als der Ritter Reinhard von Strelen sie im Jahre 1288 vom Magdeburger Erzbischof zum Lehen bekam. Dass auch damals schon eine Gebetsstätte in irgendeiner Form existierte, ist anzunehmen. Eindeutig verbrieft sind Kirche und Pfarrstelle jedoch erstmals in einem Eintrag aus dem bischöflichen Schossregister aus dem 15. Jahrhundert.

Etwa aus jener Zeit dürfte auch der heute noch stehende Kirchenbau im Kern datieren. Keine regelmäßigen Quader, wie sie noch rund ein Jahrhundert früher wenigstens in den unteren Mauerreihen zum Einsatz kamen. Sondern, wie die Südseite besonders deutlich zeigt, ein bunter Mix aus unbehauenen Feldsteinen, Ziegeln und Mörtel, der da aufgemauert wurde. Ebenmäßiger ist lediglich der Turm, der allerdings erst im 19. Jahrhundert angebaut wurde. Da die Wetterfahne das Jahr 1839 zur Schau trägt, liegt die Vermutung nahe, dass diese wichtige Erweiterung des zuvor nur aus Schiff und Chorraum bestehenden Kirchleins damals ihren Abschluss fand.

Spekulieren ließe sich auch darüber, dass einst mehr geplant war, dann aber das Geld nicht reichte. „Nein, eine Kirchturmuhr hatten wir nie“, sagt Gunnar Esbach. Doch die kreisrunden Aussparungen an drei Seiten des Turms sind gut sichtbar – offenbar war mal an eine solche Anschaffung gedacht. Auch über eine Orgel hat Eggersdorf noch nie verfügt. Die Empore, erzählt der Kirchenälteste aus eigenem Erleben, wurde seinerzeit bei den Umgestaltungsarbeiten Anfang der 1980er-Jahre verbreitert. Die sogenannte Winterkirche, der Raum darunter, erhielt so mehr Fläche. Und oben wurden, ungewöhnlich für eine Kirche, gleich noch Küche und Toilette eingebaut. Wer wissen will, wie das originale Gestühl aussah, muss ebenfalls die Treppe bis zur Empore nehmen. Dort stehen noch ein paar der alten Bänke. Die anderen, unten im Schiff, waren größtenteils zu marode und wurden ersetzt.

Sehr gepflegt, trotz der nur sporadischen Nutzung, sei die Eggersdorfer Kirche, lobt die Pfarrerin die Fleißigen aus dem Ort. Früher, kann sich Gunnar Esbach erinnern, fanden pro Jahr sogar drei bis vier große Putz-Einsätze statt. Unvergessen auch, wie der Posaunenchor dereinst seine Proben auf der Empore abhielt.

Eines ist über all die Jahre geblieben: Mittags läutet es Punkt 12Uhr. Nur die kleinere der ehemals zwei Glocken, sie laut Inschrift 1684 in Berlin gegossen, lässt da ihren Klang ertönen. Ihre größere Schwester wurde im Zweiten Weltkrieg eines von vielen bronzenen Opfern der Einschmelzaktionen für Kriegszwecke.  Dank finanzieller Hilfe aus der Partnergemeinde muss sich aber, anders als beispielsweise in Obersdorf oder Trebnitz, heute niemand mehr in die Seile hängen. Denn seit den 1990er-Jahren wird das Läutewerk nunmehr elektrisch in Gang gesetzt. Anderes ist soweit noch ursprünglich. So der in der Gestaltungsform weithin einzigartige Kanzelaltar, der von 1746 stammt und einer Inschrift zufolge von Meister J.C. Martin gefertigt wurde. 

  













Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Kirche in Hoppegarten                                 

Die Frauen der Vorbereitungsgruppe Weltgebetstag in unserer Gemeinde haben mit viel Engagement und Sachkenntnis die Gebete, Texte und Lieder, die diesmal von den Frauen aus Slowenien stammten, ausgewählt und als Material für den Gottesdienst gestaltet. Besonders erwähnenswert ist, dass zum Beispiel die Auswahl von Lebensverläufen einiger slowenischer Frauen, die stellvertretend für viele andere Menschen dieses Landes stehen, die Fähigkeit der Mitglieder der Vorbereitungsgruppe unterstreicht, den Gottesdienstteilnehmern die konkrete Situation im heutigen Slowenien näherzubringen. 


Unter dem diesjährigen Motto, dem Gleichnis vom Festmahl aus Lukas 14 "Kommt, alles ist bereit", begingen die zahlreich erschienenen Gäste festlich die Gottesdienstfeier in der Hoppegartener Kirche. Die liebevoll ausgestaltete Kirche bot einen feierlichen Rahmen für den von den Frauen der Vorbereitungsgruppe im Zusammenwirken mit der Gemeinde gestalteten Gottesdienstablauf. Bei allen, die sich am Freitagabend in Hoppegarten zusammenfanden, hinterließ dieser so gut und einfühlsam vorbereitete Gottesdienst das Gefühl eines gelungenen Miteinanders in unserer Gemeinde.
Das reichhaltig und phantasievoll angerichtete landestypische Buffet zeugte vom Einfühlungsvermögen und Können der Frauen aus der Vorbereitungsgruppe und ihm wurde durch die Gottesdienstbesucher fließig zugesprochen. 
Den Frauen sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen!
Klaus Großmann






   

 

       













Der Turm kam erst sehr spät dazu

Von Thomas Berger

Eggersdorf/Müncheberg. Sie sind in der Regel die ältesten Bauwerke ihrer Orte, steinerner Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten. 
Die MOZ stellt in einer Serie die Kirchen vor. Heute: Dorfkirche Eggersdorf bei Müncheberg.
Erschienen am 11.02. 2019 in der MOZ.

„Die Sturmschäden, die es zwischenzeitlich gab, sind behoben. Die Fenster sind dicht, es regnet nicht rein. Die Fassade ist sicherlich nicht schön, aber es fehlt ihr soweit nichts“, listet Pfarrerin Karin Bertheau auf, dass akute bauliche Mängel die bescheidene Dorfkirche im Müncheberger Ortsteil Eggersdorf nicht plagen. Nur das Dach, obgleich auch dieses für die nächste Zeit noch dicht hält, müsste sicherlich irgendwann gemacht werden. Wobei dann sicher noch zu prüfen wäre, ob es eine komplette Erneuerung sein muss. Und auch am Turm, weist Kirchenältester Gunnar Esbach noch oben, sind gewisse Reparaturarbeiten an kleineren Schadstellen sicher nicht mehr auf Jahrzehnte hinauszuschieben.

Esbach ist Leiter des Mün­cheberger Posaunenchores, mit diesem oft in der großen Stadtpfarrkirche St. Marien im Einsatz. Doch die Eggersdorfer ist nun einmal seine Heimatkirche, an der auch sein Herz hängt. Nicht zuletzt, weil er und seine Frau Heike dort geheiratet haben. 2003 war das, wie einige Fotos samt Eintrag an der Bilderwand in dem als Winterkirche eingerichteten Vorraum künden. Soweit er sich erinnern kann, könnte es seither die letzte kirchliche Trauung an dieser Stelle gewesen sein.

Keine Frage: Der imposante Schlüssel dreht sich heutzutage etwas seltener im Schloss der von der Turmseite ins Bauwerk führenden Tür. Karin Bertheau ist hinsichtlich ihres Einsatzgebietes für das Doppelte bis Dreifache an Fläche zuständig, gemessen an dem, was ihre Amtsvorgänger früher zu leisten hatten. Da bleibt für den einzelnen Ort notgedrungen weniger Präsenz. Immerhin: Im Durchschnitt alle acht bis zehn Wochen, überschlagen Gunnar Esbach und sie, findet in der Eggersdorfer Kirche aber etwas statt. Zu größeren Anlässen wie Weihnachten, Totensonntag und Erntedank sowieso, dazu ein paar normale Gottesdienste. Außerdem einmal monatlich der sehr rührige Altenkreis, wie die Pfarrerin weiter auflistet.

Die genauen Ursprünge des dörflichen Sakralbaus bleiben etwas im Dunkeln. Zu dürftig ist die Quellenlage über die Frühzeit. „Eggehardestorp“ hieß die Siedlung, als der Ritter Reinhard von Strelen sie im Jahre 1288 vom Magdeburger Erzbischof zum Lehen bekam. Dass auch damals schon eine Gebetsstätte in irgendeiner Form existierte, ist anzunehmen. Eindeutig verbrieft sind Kirche und Pfarrstelle jedoch erstmals in einem Eintrag aus dem bischöflichen Schossregister aus dem 15. Jahrhundert.

Etwa aus jener Zeit dürfte auch der heute noch stehende Kirchenbau im Kern datieren. Keine regelmäßigen Quader, wie sie noch rund ein Jahrhundert früher wenigstens in den unteren Mauerreihen zum Einsatz kamen. Sondern, wie die Südseite besonders deutlich zeigt, ein bunter Mix aus unbehauenen Feldsteinen, Ziegeln und Mörtel, der da aufgemauert wurde. Ebenmäßiger ist lediglich der Turm, der allerdings erst im 19. Jahrhundert angebaut wurde. Da die Wetterfahne das Jahr 1839 zur Schau trägt, liegt die Vermutung nahe, dass diese wichtige Erweiterung des zuvor nur aus Schiff und Chorraum bestehenden Kirchleins damals ihren Abschluss fand.

Spekulieren ließe sich auch darüber, dass einst mehr geplant war, dann aber das Geld nicht reichte. „Nein, eine Kirchturmuhr hatten wir nie“, sagt Gunnar Esbach. Doch die kreisrunden Aussparungen an drei Seiten des Turms sind gut sichtbar – offenbar war mal an eine solche Anschaffung gedacht. Auch über eine Orgel hat Eggersdorf noch nie verfügt. Die Empore, erzählt der Kirchenälteste aus eigenem Erleben, wurde seinerzeit bei den Umgestaltungsarbeiten Anfang der 1980er-Jahre verbreitert. Die sogenannte Winterkirche, der Raum darunter, erhielt so mehr Fläche. Und oben wurden, ungewöhnlich für eine Kirche, gleich noch Küche und Toilette eingebaut. Wer wissen will, wie das originale Gestühl aussah, muss ebenfalls die Treppe bis zur Empore nehmen. Dort stehen noch ein paar der alten Bänke. Die anderen, unten im Schiff, waren größtenteils zu marode und wurden ersetzt.

Sehr gepflegt, trotz der nur sporadischen Nutzung, sei die Eggersdorfer Kirche, lobt die Pfarrerin die Fleißigen aus dem Ort. Früher, kann sich Gunnar Esbach erinnern, fanden pro Jahr sogar drei bis vier große Putz-Einsätze statt. Unvergessen auch, wie der Posaunenchor dereinst seine Proben auf der Empore abhielt.

Eines ist über all die Jahre geblieben: Mittags läutet es Punkt 12Uhr. Nur die kleinere der ehemals zwei Glocken, sie laut Inschrift 1684 in Berlin gegossen, lässt da ihren Klang ertönen. Ihre größere Schwester wurde im Zweiten Weltkrieg eines von vielen bronzenen Opfern der Einschmelzaktionen für Kriegszwecke. 

 Dank finanzieller Hilfe aus der Partnergemeinde muss sich aber, anders als beispielsweise in Obersdorf oder Trebnitz, heute niemand mehr in die Seile hängen. Denn seit den 1990er-Jahren wird das Läutewerk nunmehr elektrisch in Gang gesetzt. Anderes ist soweit noch ursprünglich. So der in der Gestaltungsform weithin einzigartige Kanzelaltar, der von 1746 stammt und einer Inschrift zufolge von Meister J.C. Martin gefertigt wurde.