Evangelische Kirchengemeinde Müncheberger Land
 

Eggersdorf

Der Ritter Reinhard von Strelen bekommt vom Erzbischof Erich von Magdeburg  1288 das Dorf "Eggehardestorp"  im Gebiet von Lebus (in territorio Lubusano) zum Lehen. Ein bischöfliches Schoßregister (Steuerregister) aus dem 15. Jahrhundert verzeichnet für "Egkerstorff" 54 Hufen (1 Hufe=30 Morgen) , von denen eine dem Unterhalt der Kirche und weitere 4 dem der Pfarrstelle dienen. Nach der Säkularisation kirchlicher Güter im 16. Jahrhundert kommt das Dorf zum Domänenamt Fürstenwalde. Der Name leitet sich von einem Mann namens Eggehard, vielleicht der Lokator, ab.

Die Eggersdorfer Kirche liegt leicht erhöht inmitten des ehemaligen Friedhofs, den teilweise noch eine Feldsteinmauer umgibt. Sie ist ein spätmittelalterlicher Bau aus stark unregelmäßigem mit Backsteinbruch durchsetzten Feldsteinmauerwerk.        

Eggersdorf Kirche, © bz

  

Der quadratische neuzeitlich verputzte Westturm, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde (Wetterfahne von 1839) ruht auf einem Feldsteinsockel. Das sich anschließende breite Schiff ist gegenüber dem eingezogenen rechteckigen Chor deutlich verkürzt, was auf eine bauliche Veränderung ggf. nach einer Katastrophe zurückzuführen ist.


Kirche Eggersdorf Grundriss, Lit. 1

Außer der spitzbogigen Priesterpforte auf der Südseite des Chors wurden sämtliche Öffnungen verändert. 

Das zweistufige Gewände dieser besteht wie auch die Ostkanten des Schiffs und im unteren Bereich des Chors aus Rüdersdorfer Plattenkalk. Ein Material, welches sich in dieser Gegend, nicht allzu weit entfernt von den Brüchen, öfter an mittelalterlichen Kirchen findet. 

Kirchenportal Eggersdorf, © fg



Im Osten sind noch die Spuren einer zugesetzten Dreifenstergruppe zu beobachten. Der Giebel darüber trägt Backsteinblendschmuck. Die Maßwerkreste in der Mitte scheinen aber neuzeitlich zu sein.  

Die Fenster wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut,  der Kanzelaltar mit dem Bildern von Christi und den vier Evangelisten, gerahmt von dünnen Säulchen und ausgesägten Wangen, der Inschrift zufolge gefertigt von J.C.Martin 1746. Im Eingangsbereich befinden sich Näpfchen und Rillen (Lit.1).